Gestern abend hat es mich mit einerm Kumpel in den Ratskeller in Leipzig am Burgplatz verschlagen. Warum mal nich was Deutsches essen? Die Räumlichkeiten sind recht groß und wirken dadurch fast automatisch leer. Wir sind begrüßt und platziert worden. Aber dann… erstmal nich viel. Wir haben gut 5-6 Minuten gewartet bis jemand die Speisekarte brachte und nach der Getränkebestellung fragte. Am Nachbartisch stand ein Kellner der sich angeregt mit den Gästen über Gott und die Welt laut unterhielt. Die Karte wurde dann von einer anderen Kellnerin gebracht, die sich dann wenigstens für die Verzögerung entschuldigt hatte.

Erste Frage: Darfs zur Begrüßung ein Glas Sekt sein? (Es drängt sich die Frage auf ob dies bei der Formulierung “zur Begrüßung” kostenlos ist - wie der Ouzo bei den Griechen) Na gut, egal, selbst wenn es was kostet - 2 Glas Sekt bitte.

Ich hatte es schon fast gewagt zu fragen ob es noch andere “warme Getränke” gibt - weil: Sekt sollte schon die richtige (kühle) Temperatur haben. Wenn man schon 3 EUR dafür bezahlt… Kostenlos? Denkste! Egal…

Bestellt haben wir das Wiener Kalbsschnitzel mit Bratkartoffel und Gurkensalat. Und was soll ich sagen? Ausgezeichnet!

Eines der besten Schnitzel das ich je gegessen habe! Schön dünn, zart, perfekte Panade. Die Bratkartoffeln sehr gut. Wie hat Rach (der Restaurantteste) mal gesagt? Man erkennt einen guten Koch daran dass er simple Sachen wie Bratkartoffeln perfekt hinbekommt. Auch vom Preis her absolut ok - wenn man bedenkt das gutes Kalbsfleisch nicht ganz billig ist.

Also - hier die ultimative Alternative zum Schnitzel Culture (ca. 10 Gehminuten entfernt): Schnitzel im Ratskeller!

Ok - 14.2. - Valentinstag… Eine blöde Erfindung von Süßigkeiten-Herstellern und der Blumen-Industrie. Aber was solls - gehen wir doch tatsächlich am Valentinstag abends essen. Diesmal das Restaurant Odysseus in Markkleeberg Ost - direkt am Markkleeberger See (Bornaische Str.).

Der Laden war brechend voll - und wer dort schonmal war weiß das der Gastraum nicht ganz so klein ist. Ich gebe zu, dass dies eine gewisse Extremsituation darstellt - aber was solls - da muss man durch als griechischer Wirt. (Wenns schon nicht zum griechischen Gott gereicht hat)

Als erstes haben wir 20 (!) Minuten darauf gewartet das uns jemand die Speisekarte bringt. Gratis-Ouzo, wie ihn sonst jeder Gast bekommt, gab es für uns schonmal nicht. Ist das eigentlich unverschämt danach zu fragen? Naja, ich habs mir mal verkniffen…

Der reichlich patzige Chef, zumindest der älteste in dem Puff, kommt an den Tisch und schreibt unsere Bestellung auf. Getränke und essen zusammen. Getränke kamen nach geschlagenen 15 Minuten. Dafür kam die Vorspeise verhältnismäßig kurz nach den Getränken. Ich hatte einen überbackenen Schaafskäse - normalerweise gehört da ein kleines Körbchen Brot dazu, andere Gäste hatten auch Brot auf dem Tisch stehen, wir bekamen keins. Warum auch?

Als die Vorspeise abgeräumt wurde bestellte ich ein 2. Getränk. Kommentar vom Kellner “Kommt sofort”.

Was kam war das Hauptgericht. An sich ganz lecker - anbetracht der Situation dass der Laden gut gefüllt war schien mir die Küche nicht überlastet, die 4 Kellner offenbar dafür umso mehr. Ich hatte überbackenes Gyros - geschmacklich sehr gut - vielleicht etwas wenig Salz, aber trotzdem lecker.

Wann kam das Bier? Nachdem ich mit dem Hauptgericht fertig war - also geschlagene 30 Minuten nach der Bestellung und einer Rückfrage beim “Kommt Sofort”-Kellner. Der Laden war mittlerweile nicht mal mehr halbvoll.

Jetzt reichts - ich spreche den Kellner an - sage ihm das ich unzufrieden bin dass ein Bier 30 Minuten dauert. Daraufhin er: “Ich kann es auch wieder mitnehmen”. Ich hätte ihm das Bier am liebsten in den Schritt geschüttet.

Egal - man will ja keinen Aufstand machen - kommt die Rechnung. Achso - gratis “Absacker” , wie ihn alle anderne Gäste bekommen haben, gab es natürlich auch nicht.

Ich lege das Geld passend hin - Kellner beleidigte Fresse gezogen - und weg.

Also ich bin mir nicht so sicher was sich die Damen und Herren im Odysseus so einbilden wer sie sind. Aber zum Thema Service haben die noch viel zu lernen. Ich zumindest gehe dort so schnell nicht wieder hin.

Zunächst muss ich mich mal bei meinen Lesern entschuldigen für die doch etwas längere Pause. Hatte persönliche Gründe - wer mich kennt weiß warum. Heute allerdings mal wieder ein Erlebnis der besonderen Art in einem “Restaurant” gehabt was mich wieder etwas angestachelt hat hier zu schreiben.

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